Wo gibt es noch freie Wohnungen? Die Leerstands-Rangliste 2026
Die Wohnungssuche ist in der Schweiz vielerorts schwieriger geworden – doch die Unterschiede zwischen den Kantonen bleiben gross. Die Rangliste zeigt, wo der Leerstand zuletzt noch vergleichsweise hoch war, wo praktisch jede Wohnung sofort vom Markt verschwindet und welche ersten Kantonszahlen 2026 bereits eine weitere Verschärfung erkennen lassen.
Kurz erklärt
Die jüngste vollständig vergleichbare Rangliste aller 26 Kantone basiert auf der BFS-Leerwohnungszählung vom 1. Juni 2025. Eine vollständige nationale Tabelle zum Stichtag 1. Juni 2026 ist am 6. August 2026 noch nicht publiziert. Deshalb kombiniert dieser Artikel die vollständige BFS-Rangliste 2025 mit den bereits veröffentlichten 2026-Werten: Genf fällt auf 0,31 Prozent, Waadt meldet provisorisch 0,87 Prozent.[2][4][5]
Inhaltsverzeichnis
- Warum die Rangliste 2026 noch auf zwei Datenständen beruht
- Was zählt als Leerwohnung?
- Die vollständige Rangliste aller 26 Kantone
- Wo die Auswahl noch am grössten ist
- Wo die Wohnungssuche besonders schwierig ist
- Erste Ergebnisse 2026: Genf und Waadt
- Warum die Zahl der Wohnungen allein täuscht
- Leerstand umfasst Miete und Kauf
- Was ein höherer Leerstand für Suchende wirklich bedeutet
- Kanton ist nicht gleich Gemeinde
- Suchstrategie nach Marktanspannung
- Interaktiver Leerstands-Check
- Häufige Fehlinterpretationen
- Checkliste für die Wohnungssuche
- Quellen und Datenstand
- Häufige Fragen
Warum die Rangliste 2026 noch auf zwei Datenständen beruht
Der Titel bezeichnet die Ausgabe und den Informationsstand 2026 – nicht eine bereits abgeschlossene nationale Erhebung für 2026. Das Bundesamt für Statistik weist in seiner aktuellen nationalen Darstellung weiterhin die Ergebnisse 2025 als jüngste vollständige Vergleichsbasis aus.
Damit die Rangliste nicht aus unterschiedlich berechneten oder vorläufigen Kantonswerten zusammengesetzt wird, bleibt die Tabelle aller 26 Kantone auf dem einheitlichen BFS-Stichtag 1. Juni 2025. Separat werden die offiziellen kantonalen Frühwerte 2026 dargestellt.
Dieser Unterschied ist wichtig: Eine scheinbar vollständige Rangliste 2026 wäre Anfang August entweder unvollständig oder würde Daten verschiedener Jahre vermischen.
Was zählt als Leerwohnung?
Als leer gilt eine Wohnung nur, wenn sie am Stichtag unbewohnt, bewohnbar und aktiv zur dauernden Miete oder zum Verkauf angeboten wird. Bereits vermietete Wohnungen mit späterem Bezugstermin, vorübergehend unbewohnte Objekte ohne Marktangebot und viele selbstgenutzte Zweitwohnungen zählen nicht.
Die Leerwohnungsziffer setzt die Zahl der leerstehenden Wohnungen ins Verhältnis zum gesamten Wohnungsbestand des Vorjahres. Dadurch lassen sich grosse und kleine Kantone besser vergleichen als mit absoluten Zahlen.
Als grobe Orientierung wird ein Markt um etwa 1,5 Prozent häufig als ausgeglichen betrachtet. Das ist keine Garantie für günstige Mieten: Lage, Wohnungsgrösse, Zustand und lokale Nachfrage bleiben entscheidend.
Die vollständige Rangliste aller 26 Kantone
Vollständiger nationaler Datenstand: 1. Juni 2025
| Rang | Kanton | Leerwohnungen 2025 | Leerwohnungsziffer 2025 | Veränderung zu 2024 | Marktlage |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Jura | 1’268 | 3,03% | +0,05 Prozentpunkte | vergleichsweise mehr Auswahl |
| 2 | Solothurn | 3’003 | 2,05% | -0,32 Prozentpunkte | vergleichsweise mehr Auswahl |
| 3 | Tessin | 4’936 | 1,92% | -0,16 Prozentpunkte | vergleichsweise mehr Auswahl |
| 4 | Neuenburg | 1’824 | 1,82% | +0,14 Prozentpunkte | vergleichsweise mehr Auswahl |
| 5 | Thurgau | 2’074 | 1,41% | -0,01 Prozentpunkte | angespannt |
| 6 | St. Gallen | 3’760 | 1,37% | -0,02 Prozentpunkte | angespannt |
| 7 | Aargau | 4’102 | 1,18% | -0,12 Prozentpunkte | angespannt |
| 8 | Wallis | 3’282 | 1,18% | -0,25 Prozentpunkte | angespannt |
| 9 | Bern | 6’660 | 1,12% | -0,09 Prozentpunkte | angespannt |
| 10 | Appenzell Ausserrhoden | 340 | 1,12% | -0,21 Prozentpunkte | angespannt |
| 11 | Freiburg | 1’875 | 1,11% | -0,05 Prozentpunkte | angespannt |
| 12 | Appenzell Innerrhoden | 80 | 0,93% | -0,06 Prozentpunkte | sehr angespannt |
| 13 | Basel-Stadt | 1’079 | 0,92% | +0,15 Prozentpunkte | sehr angespannt |
| 14 | Waadt | 3’932 | 0,89% | -0,07 Prozentpunkte | sehr angespannt |
| 15 | Schaffhausen | 383 | 0,83% | -0,29 Prozentpunkte | sehr angespannt |
| 16 | Basel-Landschaft | 1’196 | 0,79% | +0,06 Prozentpunkte | sehr angespannt |
| 17 | Luzern | 1’665 | 0,78% | -0,04 Prozentpunkte | sehr angespannt |
| 18 | Nidwalden | 158 | 0,68% | -0,21 Prozentpunkte | sehr angespannt |
| 19 | Uri | 142 | 0,64% | -0,12 Prozentpunkte | sehr angespannt |
| 20 | Glarus | 146 | 0,61% | -0,24 Prozentpunkte | sehr angespannt |
| 21 | Graubünden | 1’062 | 0,57% | 0,00 Prozentpunkte | sehr angespannt |
| 22 | Schwyz | 440 | 0,52% | -0,05 Prozentpunkte | sehr angespannt |
| 23 | Obwalden | 114 | 0,50% | +0,06 Prozentpunkte | sehr angespannt |
| 24 | Zürich | 3’815 | 0,48% | -0,08 Prozentpunkte | extrem angespannt |
| 25 | Zug | 261 | 0,42% | +0,03 Prozentpunkte | extrem angespannt |
| 26 | Genf | 858 | 0,34% | -0,12 Prozentpunkte | extrem angespannt |
Wo die Auswahl noch am grössten ist
Der Kanton Jura führt die vollständige Rangliste mit 3,03 Prozent an. Er ist der einzige Kanton klar über drei Prozent. Solothurn folgt mit 2,05 Prozent. Im Tessin und in Neuenburg liegen die Werte ebenfalls deutlich über dem Schweizer Durchschnitt.
Eine höhere Quote erhöht grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit, mehrere Angebote vergleichen zu können. Sie sagt aber nicht, dass jede Gemeinde gleich gut versorgt ist oder dass die verlangten Mieten tief sind.
Gerade in kleinen Märkten können einzelne Neubauprojekte die Quote stark verändern. Deshalb sollten Suchende kantonale Werte immer mit Gemeinde-, Bezirks- und Inseratsdaten kombinieren.
Wo die Wohnungssuche besonders schwierig ist
Am anderen Ende liegen Genf mit 0,34 Prozent, Zug mit 0,42 Prozent und Zürich mit 0,48 Prozent. In diesen Märkten steht rechnerisch deutlich weniger als eine von 200 Wohnungen leer.
In Genf hat sich die Situation 2026 nochmals verschärft. Auch in grossen Städten kann der lokale Wert deutlich unter dem Kantonsdurchschnitt liegen: Die Stadt Zürich lag 2025 bei rund 0,1 Prozent.
Bei Quoten unter 0,5 Prozent sind schnelle Reaktion, ein vollständiges Dossier, flexible Suchradien und Suchabos besonders wichtig.
Erste Ergebnisse 2026: Genf und Waadt
Genf meldet für den 1. Juni 2026 nur noch 793 freie Wohnungen und eine Leerwohnungsziffer von 0,31 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es 858 Wohnungen beziehungsweise 0,34 Prozent. Von 682 freien Wohnungen in Mehrfamilienhäusern waren 574 zur Miete ausgeschrieben.
Waadt zählt 3907 freie Wohnungen. Davon waren 2735 zur Miete oder auf beiden Märkten und 1172 ausschliesslich zum Verkauf verfügbar. Die provisorische Quote beträgt 0,87 Prozent nach 0,89 Prozent im Vorjahr. Innerhalb des Kantons reicht sie von 0,64 Prozent im Bezirk Lavaux-Oron bis 1,35 Prozent in Broye-Vully.
Diese beiden Frühwerte bestätigen den allgemeinen Knappheitstrend, ersetzen aber keine schweizweit einheitliche Rangliste 2026.
Warum die Zahl der Wohnungen allein täuscht
Bern hatte 2025 mit 6660 Einheiten die höchste absolute Zahl leerer Wohnungen, lag mit einer Quote von 1,12 Prozent aber nur auf Rang neun. Der Kanton Jura zählte lediglich 1268 Leerwohnungen und führte wegen seines viel kleineren Wohnungsbestands trotzdem die Rangliste an.
Für Wohnungssuchende sind beide Angaben nützlich: Die Quote beschreibt die Marktanspannung, die absolute Zahl die Grösse des sichtbaren Angebots. Bei der praktischen Suche entscheidet zusätzlich, wie viele dieser Wohnungen zur gewünschten Grösse, Lage und Preisklasse passen.
Leerstand umfasst Miete und Kauf
Von den schweizweit 48’455 Leerwohnungen des Jahres 2025 waren 37’194 zur Miete ausgeschrieben und 11’261 zum Kauf. Die gesamte Leerwohnungsziffer ist deshalb kein reiner Mietwohnungsindikator.
In Kantonen mit vielen leerstehenden Eigentums- oder Ferienobjekten kann die Quote höher aussehen, obwohl bezahlbare Mietwohnungen knapp bleiben. Prüfen Sie deshalb, sofern verfügbar, die Unterteilung nach Miete, Kauf, Zimmerzahl und Gemeinde.
Was ein höherer Leerstand für Suchende wirklich bedeutet
Eine höhere Leerwohnungsziffer bedeutet meist mehr Auswahl, längere Vermarktungszeiten und etwas mehr Verhandlungsspielraum. Sie kann auch darauf hinweisen, dass Neubauten noch nicht vollständig absorbiert wurden.
Sie bedeutet nicht automatisch tiefe Mieten. Ein touristischer Kanton kann eine hohe Quote und gleichzeitig teure Wohnungen in gefragten Orten aufweisen. Umgekehrt kann eine Gemeinde mit niedriger Quote einzelne günstige Genossenschafts- oder Altbauwohnungen bieten.
Die Rangliste ist deshalb ein Suchfilter, kein Ersatz für Budget-, Pendel- und Qualitätsvergleich.
Kanton ist nicht gleich Gemeinde
Kantonale Durchschnittswerte verdecken grosse Unterschiede. In Waadt lag die Spanne 2026 zwischen 0,64 und 1,35 Prozent auf Bezirksebene. In Genf reichte sie in den grösseren Gemeinden von 0,12 Prozent in Lancy bis 0,37 Prozent in der Stadt Genf.
Für die Wohnungssuche ist die feinere Ebene entscheidend. Prüfen Sie Gemeinden entlang derselben Bahnlinie, Agglomerationen, Randquartiere und Neubaugebiete. Ein zusätzlicher Radius von 15 bis 30 Minuten kann die Zahl passender Inserate stark erhöhen.
Suchstrategie nach Marktanspannung
Über 1,5 Prozent
- Mehrere Gemeinden und Wohnungstypen vergleichen
- Inserate trotzdem auf Nebenkosten und Zustand prüfen
- Bei länger ausgeschriebenen Wohnungen sachlich nach Konditionen fragen
1,0 bis 1,49 Prozent
- Suchabo für mehrere Orte einrichten
- Dossier aktuell halten
- Auf neue Inserate am selben Tag reagieren
0,5 bis 0,99 Prozent
- Suchradius auf Agglomeration und Bahnachsen erweitern
- Unterlagen vollständig als PDF vorbereiten
- Erstvermietungen und Verwaltungen direkt beobachten
Unter 0,5 Prozent
- Mehrere tägliche Suchalarme nutzen
- Besichtigungen kurzfristig ermöglichen
- Budget, Zimmerzahl und Lage priorisieren
- Genossenschaften und persönliche Netzwerke ergänzend nutzen
Interaktiver Leerstands-Check
Der Check verwendet die vollständige BFS-Rangliste 2025. Bereits publizierte Frühwerte 2026 werden im Artikel separat erklärt.
Häufige Fehlinterpretationen
- Die Ausgabe 2026 mit einer vollständigen nationalen Erhebung 2026 verwechseln.
- Eine hohe Quote automatisch mit günstigen Mieten gleichsetzen.
- Nur absolute Leerwohnungszahlen vergleichen.
- Nicht zwischen Miet- und Kaufobjekten unterscheiden.
- Vom Kantonswert direkt auf jede Gemeinde schliessen.
- Kleine jährliche Veränderungen überinterpretieren.
- Neubau-Leerstände als dauerhaftes Überangebot verstehen.
- Nur im Stadtzentrum suchen.
- Bewerbungsunterlagen erst nach der Besichtigung beschaffen.
- Eine statistisch günstige Region wählen, ohne Pendel- und Gesamtkosten zu prüfen.
Checkliste für die Wohnungssuche
Quellen und Datenstand
- Bundesamt für Statistik: Leerwohnungsziffer fällt 2025 auf 1 Prozent
- Bundesamt für Statistik: Leerwohnungen und Leerwohnungsziffer nach Kantonen 2003–2025
- Bundesamt für Statistik: Definition und interaktive Leerwohnungszählung
- Kanton Genf: Leerwohnungen und Leerwohnungsziffer 2026
- Kanton Waadt: Provisorische Leerwohnungszahlen 2026
- Kanton Zürich: Leerwohnungszahlen 2025
- Bundesamt für Wohnungswesen: Aktionsplan Wohnungsknappheit
- UrbanHome: Aktuelle freie Wohnungen
Datenstand: 6. August 2026.
Häufige Fragen
Fazit: Mehr Auswahl liegt meist ausserhalb der stärksten Zentren
Die jüngste vollständige Rangliste zeigt die grösste statistische Auswahl in Jura, Solothurn, Tessin und Neuenburg. Genf, Zug und Zürich bleiben die schwierigsten Kantonsmärkte. Die ersten Werte 2026 aus Genf und Waadt deuten nicht auf eine breite Entspannung hin. Wer schneller eine Wohnung finden will, sollte die Rangliste als Ausgangspunkt nutzen, auf Gemeindeebene weiterrecherchieren und mehrere Suchregionen gleichzeitig beobachten.
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